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  1. #1
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    Frage Typischer Neuling mit TFL Pursuit

    Hallo Zusammen,

    ich habe hier keine explizite Rubrik für Vorstellungen gefunden und möchte dies daher hier und jetzt vornehmen.

    Mein Name ist Roland, 43 Jahre alt und wohnhaft im sog. niederbergischen Land an der Grenze zum Ruhrgebiet. Als langjähriger RC-Car-Fahrer sind mir grundlegende Dinge wie RC-Elektronik, Akkus, Ladegeräte etc. vertraut, aber auf dem Wasser habe ich bislang nur sehr wenige Erfahrungen gesammelt. Aktuell versuche ich meine zahlreichen Wissenslücken fleißig zu stopfen, und dafür ist Euer Forum schon mal sehr hilfreich. Vielen Dank!

    Meinen Einstieg möchte ich gemeinsam mit einem Bekannten vollziehen. Zu diesem Zweck haben wir uns beim gestrigen Singles Day in einem großen chinesischen Onlineshop mit je einer TFL Pursuit ausgestattet. Ja, ich habe hier auch über dieses Boot schon von vieles gelesen - auch viel Kritik - denke aber, dass ich mit den bekannten Kompromissen/Schwächen für den Einstieg leben kann, zumal das Angebot inkl. Coupons wirklich günstig war.

    Nun wird dieses Bötchen also in ca. zwei Wochen bei mir aufschlagen. Die Frage ist: Was muss bzw. sollte man daran tun, bevor die Jungfernfahrt stattfindet? Hier habe ich bereits einige Tipps mitgenommen. Außerdem wird die serienmäßige Schiffschraube gegen eine Graupner K mit 42 mm Durchmesser getauscht. Den Rest möchte ich gern erst mal so lassen, bis ein Upgrade/Ersatz nötig oder wünschenswert erscheint. Habe ich was übersehen? (Der Plan ist, das Gerät mit einem 4S-Akku zu fahren, wobei auch 6S zur Verfügung stehen.)

    Was mich dennoch interessieren würde: Woher weiß man, dass eine 42er K-Schraube hier "geht"? Daran, dass das Boot ab Werk auch mit einer 42er Schraube ausgeliefert wird? Der Anfängerleitfaden lässt sich zu diesen Details auch nicht sehr umfangreich aus, und anhand eines Schraubenrechners kann ich erst mal auch nicht erkennen, was gut und was schlecht ist. Vertraue da auf die hiesigen Empfehlungen, zumal so eine Schraube ja echt günstig ist.

    Vielen Dank im Voraus für Euren Input!

    LG

    Roland

  2. #2
    Am Besten testen Avatar von GunnarH
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    Hallo Roland,
    herzlich Willkommen im Forum!
    Zur Pursuit kann ich leider keine eigenen Erfahrungen beitragen.
    Nach den Daten die ich gefunden habe ist die rund 80cm lang, hat einen 120A Regler und einen Motor in 600er Baugröße mit 1650U/V.
    Mit 4S mit um die 5000mAh Kapazität und einer Graupner K42 Carbon sollte das funktionieren, weniger als eine 42er wird bei einem Boot mit der Größe und Gewicht problematisch vom anfahren oder eher ineffizient quirlen.
    Die Originalprops bei RTR sind meißt unterirdisch, daher ist die Standard Empfehlung auf Graupner K-Serie zu gehen, bei Geschwindigkeiten bis in den Bereich 80-90km/h funktionieren die sehr gut.
    Mehr als 4S werden mit dem Motor nicht gehen, wenn temperaturmäßig alles im grünen Bereich bleibt kannst du ggf. schrittweise mit dem Prop eine Nummer größer gehen, mehr als 48mm ist aber bei der Bootsgröße nicht zu empfehlen, steilere Props funktionieren bei einmotorigen Monos meist auch nicht. Und wenn bei <10°C Wassertemperatur alles OK ist muss das bei >20°C nicht mehr so sein, mit im Winter oder Frühjahr herausgefahrenen Setups muss man es im Sommer erstmal vorsichtig angehen.
    Wenn du 6S fahren willst wirst du einen größeren Motor (z.B. Leopard 3674) mit niedrigerer KV Zahl gehen, für eine vergelichbare Propellerdrehzahl darf der dann nur um die 1100U/V haben.
    Der Regler sollte 6S können und mit 1100U/V sollte der Strom auch rund 1/3 runter gehen und du hast entsprechend mehr Fahrzeit.
    Schau aber am Besten erstmal wie das Teil mit 4S läuft eh du mit irgendwelchen Tuningversuchen anfängst.

    Gruß
    Gunnar

  3. #3
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    Hi Gunnar,

    vielen Dank für Deine Erläuterungen. Das hilft mir schon mal einiges weiter. Angeblich ist der Stock-Motor zwar schon 6S-fähig, aber dann wären wir halt auch bei rund 42.000 U/Min im Leerlauf. (Wieviel zieht man da üblicherweise für unter Last ab bei halbgetauchten Antrieben? 30 %?) Gibt es dann quasi eine Zielgröße für die U/Min, die bei einem Monorumpf meistens gut geht? Irgendwie fehlt mir immer noch so etwas wie eine Tabelle zur Orientierung (oder gern auch Formeln), an der ich ablesen kann (1) welche Größen überhaupt relevant sind (Rumpfform, Länge, Breite, Tiefgang, ...) und (2) was dann für mein konkretes Boot sinnvoll ist. Klar, für den Moment reicht mir die Aussage, dass der Stock-Motor mit 42er Prop in etwa hinhauen wird, aber ich würde halt gern auch die Physik dahinter verstehen. Leider habe ich bislang immer nur konkrete Beispiele gefunden, die für mich aber noch nicht das große Ganze ergeben.

    Die größeren Props kann ich mir ja mal organisieren, wobei mein Ziel hier nicht ist, den Kahn so schnell wie möglich zu machen. Zumindest vorerst nicht. Lieber fahre ich am Anfang erst mal etwas langsamer und gewöhne mich an das nasse Element.

    LG

    Roland

  4. #4
    Real Raceboater Avatar von MiSt
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    Das sind halt so die Fragen, die jeden Neueinsteiger bewegen .

    Sie sind auch oft schon versucht worden zu beantworten, so weit das mit einer gewissen Allgemeingültigkeit geht, zumal die Physik eines Gleitbootes wahrlich nicht simpel ist. Einer dieser Threads, mit internen Weiterverlinkungen, als Lesestoff:

    https://www.rc-raceboats.de/forum/sh...gkeit-zusammen

    Generell ist es auch IMHO nicht ehrenrührig, in so einem Forum einfach mal zu "schmökern". Immerhin gibt es hier neben der Einsteigersektion auch eine explizite Rubrik zur Antriebsauslegung, und die Threads gehen durchaus manchmal über das häufig informationsgehaltfreie Nebeneinanderstellen von "Einzelschicksalen" (= Beispielen) hinaus, wenn auch mit den Jahren seltener ... was viel damit zusammenhängt, dass die Suchfunktion in den gängigen Forensoftwares den Namen nicht verdient, leider.

    Niemand hat Lust, alle 2 Monate dasselbe zu schreiben .

    EDIT:

    Noch ein Wort speziell zur Pursuit - habe mal ein paar Bilder angeschaut.
    1. viel Blingbling hinten dran (Trimmklappen, z.B.)
    2. zwei Turnfins, beide falsch montiert


    Trimmklappen benötigt man beim Modellboot eigentlich nicht. Wenn sie dran sind, müssen sie mit Bedacht eingestellt werden, sonst kosten sie u.U. eine Menge Strom und Speed: Grundeinstellung ist parallel zu den letzten 15cm des Rumpfbodens.

    Ein einmotoriges Boot mit Oberflächenantrieb fährt nur in seine Vorzugsrichtung richtig gute Kurven - wenn überhaupt. Andersrum geht schlechter bis annähernd gar nicht (SuFu-Stichwort: "Propwalk"). Insofern ist die Turnfin links "optimistisch" bis unsinnig.

    Turnfins sind laut Bildern senkrecht zur Lauffläche angebracht. Irgendjemand hat das mal als plausibel erachtet und in die Welt gesetzt ... Fakt ist, dass niemand das so macht, der erfolgreich schnell fährt. Der eine Grund ist dass die bei Geradeausfahrt schräg stehende Finne beim Eintitschen ins Wasser für "komische" Effekte sorgt. Der Andere Grund ist dass eine senkrecht (parallel zum Ruder) stehende Finne sogar den besseren Festzieheffekt am Heck erzielt (dieser ist gewünscht und der Grund für Turnfins am Heck eines Monos).

    Solch eine senkrechte Finne kann also geradeaus wenig "Unsinn" machen (denn da wird sie nicht gebraucht) und für Kurvenfahrt wirksamer und/oder kleiner sein.

    Zum Glück ist es kein Problem, die existierenden Halter umzubauen oder zumindest deren Montagelöcher zu "recyclen".
    Geändert von MiSt (13.November.2019 um 10:38 Uhr)
    Gruß Michael St*****

    Beware the fisherman, who is casting out his line into a dried up river bed.
    Don't try to tell him, 'cos he won't believe you.
    Throw some bread to the ducks instead, it's easier that way
    (Tony Banks from Genesis)

  5. #5
    Titsch-Titsch... Avatar von erny
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    Hallo Gunnar,

    wie Michael schon schreibt, kann die SuFu helfen. Eine allgemeine Faustformel gibt es leider nicht.

    Was kannst Du tun, wenn das Boot angekommen ist? Auf jeden Fall mal alles auf festen und spielfreien Sitz prüfen. Gerade das Ruder sollte so spielfrei wie möglich sein. Weiterhin ist der Rumpf zu checken. Ist der Rumpfboden eben? sind die Kanten nicht verrundet? Hier kann eine Nacharbeitung (schleifen, spachteln, Kanten schärfen) viel bewirken.

    Wichtig ist auch, den regler korrekt auf die Funke anzulernen und das Failsave einzustellen. Aber damit solltest Du ja klar kommen. ;-)

    LG und viel Erfolg
    Christian

  6. #6
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    Danke Euch! Ja, das Thema mit Funke/Regler ist wirklich meine geringste Sorge.

    Die SuFu habe ich bereits genutzt, allerdings waren die gewählten Suchwörter wohl ungeeignet (oder die Funktion halt nicht so nützlich, wie sie sein könnte). Den o. g. Thread habe ich bspw. nicht gefunden.

    @MiSt
    Zitat Zitat von MiSt Beitrag anzeigen
    Solch eine senkrechte Finne kann also geradeaus wenig "Unsinn" machen (denn da wird sie nicht gebraucht) und für Kurvenfahrt wirksamer und/oder kleiner sein.

    Zum Glück ist es kein Problem, die existierenden Halter umzubauen oder zumindest deren Montagelöcher zu "recyclen".
    Okay, also kurz gesagt empfiehlst DU:

    • Linke Turnfin weg (Löcher verschließen )
    • Rechte Turnfin so drehen, dass sie schon bei Geradeausfahrt senkrecht zur Wasseroberfläche steht. Das sollte ja mit einem Aluwinkel und passend gebohrten Haltelöchern machbar sein.

    Habe ich das richtig verstanden?

    LG

    Roland

  7. #7
    Real Raceboater Avatar von MiSt
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    Zitat Zitat von Smoerrebroed Beitrag anzeigen
    Okay, also kurz gesagt empfiehlst DU:

    • Linke Turnfin weg (Löcher verschließen )
    • Rechte Turnfin so drehen, dass sie schon bei Geradeausfahrt senkrecht zur Wasseroberfläche steht. Das sollte ja mit einem Aluwinkel und passend gebohrten Haltelöchern machbar sein.

    Habe ich das richtig verstanden?
    Ja.

    Wobei du die linke Finne ja erst mal mitschleppen kannst und dich selbst davon überzeugen kannst, wie wenig die bringt. Es reicht ja als Sofortmaßnahme am See, die Finne vom Halter abzuschrauben oder nach hinten zu schwenken.

    Und für die rechte Finne ein neuer Winkel unter Nutzung der existierenden Löcher - exakt so.

    Noch ein Detail, was auch von erfahrenen Leuten häufig missachtet wird: Schraube die Finne von INNEN an den Winkel. Vorteil: Sie stützt sich flächig am Winkel ab und hängt nicht nur an der Schraube. Ein Boot, das wirklich flott durch eine Kurve fährt, hängt mit großer! Kraft an der Finne, die sich dabei möglichst nicht aufbiegen sollte.

    Das ist übrigens letztlich das größte Problem von Finnen senkrecht zur Lauffläche: Sie hebeln das Heck am Ende sogar aus, wenn sie sich unter Last verbiegen.
    Gruß Michael St*****

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  8. #8
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    Alles klar. Dann besorge ich schon mal ein Aluprofil. Werde es dann mal mit 2 mm Stärke probieren zwecks Steifigkeit.

    LG

    Roland

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