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  1. #1
    Abwesend...
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    Standard Schnappatmung...

    Ich krieg so langsam wieder Luft. Vor Lachen. Habe eben die Ergebnisse der Naviga-Abstimmung zum Energielimiter gesehen und lag erstmal unterm Tisch. Vor Lachen. Man hat doch tatsächlich die höchsten zur Abstimmung vorgeschlagenen Energielimits beschlossen (58Wh = 3s, ca. 5200mAh) und die Verwendung beliebiger Limiter. Gleichzeitig hat man aber auch beschlossen, dass man die Limiter nicht testen bzw. kalibrieren braucht - weil man nicht weiß wie.

    Kennt jemand noch Carl Hecker? Carl wollte vor rd 10 Jahren mit einem Kumpel und einem alten Hanomag bis nach Indien fahren - das wollte der Hanomag aber nicht. Bei diversen Reparaturhalts haben sie sich im Iran mit Leuten angefreundet. Eines Abends sind sie mit den Freunden zu einem Laden gefahren, dort ließ man den Rollladen an der Tür herunter und es kamen Schnapsflaschen auf den Tresen. Der Widerspruch, Alkohol sei doch im Iran verboten, wurde weggelächelt - also hatte man Spaß und hat sich ordentlich einen hinter die Binde gekippt. Spät am Abend ging es dann zurück zum Standplatz. Auf die Frage, man sei ja allesamt ziemlich angeschickert und nicht mehr wirklich fahrtüchtig, kam die ebenso beruhigende wie verblüffende Antwort: da es im Iran verboten sei Alkohol zu trinken habe die Polizei keine Alkoholtester. Würde man die Polizei mit Alkoholtestern ausstatten, würde der Staat sich ja eingestehen, dass es trotz Verbots Alkohol geben würde. Wenn man also von der Polizei angehalten und gefragt wird, ob man Alkohol getrunken habe, müsse man nur mit NEIN, NIEMALS antworten und die Polizei müssen einen dann weiterfahren lassen...

    In dem Sinne, einen schönen 1. Advent. Und 2., und 3., 4., 5. usw...

  2. #2
    Drehzahlsüchtiger
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    Tja Jörg, an der Abstimmung sowie an der Wahl des Limiters in Ungarn erkennt man halt immer wieder, das sich zu viele Länder haben beeinflussen lassen von der Meinung und der Ahnungslosigkeit einiger Weniger oder eines Einzelnen.

    Das auch bei dieser Abstimmung jedes Land nur eine volle Stimme hat und nicht nach der Anzahl der internationalen Fahrer eines Landes die Gewichtung der Stimme gewertet wird, bestärkt dieses Problem noch zusätzlich.

    Daher bin ich Fahrer geworden und kein Politiker... und irgendwie fühlt man sich doch schuldig an diesem Desaster im Desaster.

    Freundlichen Gruß,
    Johannes

  3. #3
    Grünschnabel
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    Na ich hoffe nur, dass sich nicht noch jemand sowas oder ähnliches für F1 ausdenkt

  4. #4
    mrb-technik.de Avatar von 5903 Bernd
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    Danke für das schöne Beispiel

    Gruß Bernd

  5. #5
    Titsch-Titsch... Avatar von LorenzW
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    Ich bin immer noch recht fassungslos - selbst mit wirklich basalen Kenntnissen über elektronische Systeme kann man erkennen, dass das absoluter Murks ist. Warum Menschen, die deutlich geschulter sind als ich, so etwas mutwillig ignorieren, bleibt schleierhaft.
    Die Chance, über einen Limiter zu einem fairen Wettkampf zu kommen war so groß. Warum man sich davor scheut, Fehler einzugestehen oder von lieb gewonnen Positionen abzurücken ist mir bei der aktuellen Lage des Sports völlig unbegreiflich. Ich bin gespannt, wie sich die Teilnehmerzahlen unter so halbgaren Lösungen entwickeln werden.
    "So we march day and night by the big cooling tower, they have the plans, but we have the power."

  6. #6
    Am Besten testen Avatar von GunnarH
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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Na ich hoffe nur, dass sich nicht noch jemand sowas oder ähnliches für F1 ausdenkt
    Wieso sollte? ihr habt doch außer 42V eh kein Akkulimit, oder?
    In den Klassen wo man mit bis zu 6 Booten um einen Kurs dübelt gibts damit faktisch keine wirksame Leistungsbegrenzung mehr.
    Der einzige Vorteil, das Ausreizen der Akkus entfällt weitgehend (wenn man sein Boot nicht viel zu schwer gebaut hat), das macht die Sache auf Dauer billiger, zumindest abgesehen davon dass selbst wenn keiner cheated aufgrund der höheren zu verfügung stehenden Leistung die Geschwindigkeit und damit die Chrashgefahr weiter steigt.

    @LorenzW: Da irrst du, geschult ist da keiner und du hast hier im Forum vermutlich die vielfache Fachkompetenz der Naviga versammelt.
    Da hat sich eine fatale Mischung aus Ahnungslosen, Opportunisten und Hinterhältigen gefunden.
    So lange von den Beteiligten keiner anfängt mit Betrügen ist die Sache nichtmal zwangsläufig kontraproduktiv, der Akkuverschleiß war nach der Nauticus Führungsetage das größte Problem, jetzt nimmst du einfach 3S 5500er-6000er 30C Zellen + Limiter und die Akkus halten das ewig aus.
    Nur für den Wert des Meistertitels halte ich das ganze für kontraproduktiv, wenn man sich nicht selbst auf Akkus beschränkt die unterhalb des Energielimits liegen und dass glaubhaft dokumentiert kann da jeder Betrug hinter vermuten (die Gerüchte um Wunderzellen der Chinesischen Fahrer kommen auch bei jeder WM, und das wäre ja nichtmal Betrug selbst wenns stimmen würde).
    Geändert von GunnarH (3.December.2017 um 17:00 Uhr)

  7. #7
    Drehzahlprinz Avatar von riggerdirk
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    Hi Jörg,
    das ist ja nicht das Einzige... da gab es doch noch so einen Regeländerungsantrag ( ich weiß nicht mehr aus welchem Verband) ,glaube ich, bezogen auf Mono+ Hydro mit dem Inhalt, alternativ die Akkugewichtslimits auf 200 bzw. 400g zu reduzieren. Mit dem absehbaren Ergebnis, daß die Fahrer von 3s und 6s auf 2s und 4s des bisherigen Zellentyps zurückrüsten, und sich an der zugrundeliegenden Problematik erst mal nix ändern würde.
    Oder die Idee , nach dem Wegfall der Klasse Hydro3 vor Jahren auch nun die Klasse Hydro 2 zu streichen, und Mini-Hydro sozusagen zum neuen Hydro1 zu machen, und analog dazu die alte Hydro 1 zur neuen Hydro 2.
    Was soll ich sagen... dazu fällt mir echt nix mehr ein...

    Schöne Grüße und einen entspannten 1. Advent,
    Dirk


    Zitat Zitat von Sika Beitrag anzeigen
    Ich krieg so langsam wieder Luft. Vor Lachen. Habe eben die Ergebnisse der Naviga-Abstimmung zum Energielimiter gesehen und lag erstmal unterm Tisch. Vor Lachen. Man hat doch tatsächlich die höchsten zur Abstimmung vorgeschlagenen Energielimits beschlossen (58Wh = 3s, ca. 5200mAh) und die Verwendung beliebiger Limiter. Gleichzeitig hat man aber auch beschlossen, dass man die Limiter nicht testen bzw. kalibrieren braucht - weil man nicht weiß wie.

    Kennt jemand noch Carl Hecker? Carl wollte vor rd 10 Jahren mit einem Kumpel und einem alten Hanomag bis nach Indien fahren - das wollte der Hanomag aber nicht. Bei diversen Reparaturhalts haben sie sich im Iran mit Leuten angefreundet. Eines Abends sind sie mit den Freunden zu einem Laden gefahren, dort ließ man den Rollladen an der Tür herunter und es kamen Schnapsflaschen auf den Tresen. Der Widerspruch, Alkohol sei doch im Iran verboten, wurde weggelächelt - also hatte man Spaß und hat sich ordentlich einen hinter die Binde gekippt. Spät am Abend ging es dann zurück zum Standplatz. Auf die Frage, man sei ja allesamt ziemlich angeschickert und nicht mehr wirklich fahrtüchtig, kam die ebenso beruhigende wie verblüffende Antwort: da es im Iran verboten sei Alkohol zu trinken habe die Polizei keine Alkoholtester. Würde man die Polizei mit Alkoholtestern ausstatten, würde der Staat sich ja eingestehen, dass es trotz Verbots Alkohol geben würde. Wenn man also von der Polizei angehalten und gefragt wird, ob man Alkohol getrunken habe, müsse man nur mit NEIN, NIEMALS antworten und die Polizei müssen einen dann weiterfahren lassen...

    In dem Sinne, einen schönen 1. Advent. Und 2., und 3., 4., 5. usw...

  8. #8
    Heizer Avatar von Mark
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    Hallo Dirk,

    ich finde den 200 / 400 Gramm Vorschlag nach wie vor gut. Selbst wenn du damit das Akku-am-Limit-leer-Fahr-Problem nicht beseitigst, so reduziert man die Leistung und auch das Gesamtgewicht der Boote. Mono 2 / Hydro 2 sind ganz schöne Geschosse, die (bei falscher Behandlung) nicht ungefährlich sein können.

    LG

  9. #9
    Grünschnabel
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    Hallo Gunnar,
    war doch nur als Scherz gemeint obwohl man weiß ja nie.
    Nur der Korrektheit, es sind sogar 43V und Akkugewicht 1400g

    Gruß Jürgen

  10. #10
    Grünschnabel
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    Hi,
    ach gut das ich nicht mehr aktiv fahre �� und zum Carl, den gibts noch, ich sag mal Viva la México ������

    Gruß
    Dirk

  11. #11
    kaschuffel Avatar von Doctor ES
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    Moin,

    Wo hast du die letzten Ergebnisse gesehen Jörg? Sind die irgendwo online?
    ...auf 1% Toleranz Voten und dann auf Kontrollmöglichkeit Pfeifen. Pfiffig.
    Gottseidank haben wir die Standartklassen und mit dem Stuss nix am Hut ))

    Gruß Dirk :-)

  12. #12
    kaschuffel Avatar von Doctor ES
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    Zitat Zitat von Dirk Teichert Beitrag anzeigen
    Hi,
    ach gut das ich nicht mehr aktiv fahre �� und zum Carl, den gibts noch, ich sag mal Viva la México ������

    Gruß
    Dirk
    das ist überhaupt nicht gut!

  13. #13
    Drehzahlprinz Avatar von riggerdirk
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    Hi Mark,

    oder man verlängert alternativ die Fahrzeit auf bspw. 8 Minuten und beläßt den Rest und erspart sich den entstehenden Zwang zu filigraneren Booten mit ihren Wehwehchen.

    Das mit dem Gewicht ist das, was mich bei der Variante mit den nachträglich limitierten übergroßen Zellen am Meisten stört. Und eigentlich wäre man mit der Variante bei Hydro 2 mit z.B. 6 dicken 5800er 35C Zellen in etwa da angelangt, wo die nicht mehr existente Hydro3 Klasse früher mal hinwollte. Und im Grunde kappt man da nur ein paar Hundert maH weg. Das ruft nach dicken Reglern, und es ruft nach größeren Booten ,die die Last tragen können. Du hast dann etwa wieder die Masse wie in der NimH -Ära.

    Du wirst am Ende sehen, daß bestimmte Fahrertypen ihrer jeweils favorisierten Regelvariante zustimmen, die ihrem modellsportlichen Background entsprechend den meisten Konkurrrenzvorteil bietet.

    Du hast da den Typ 'Filigranbootsbauer' , der die Limiterlösung verächtet, auch schon mal furchtlos mit Zellenuntergrößen im Boot in den Wettbewerb geht, und seinen Erfolg auf dem Weg des Leichtbaus + der besonderen Antriebseffizienz erreicht.

    Dann gibt es dann den Typ 'Akkuheld' ,der sich eigentlich um das Gebilde 'Boot' eher weniger kümmert... am Besten noch von den Angesagtesten der jeweiligen Klasse Boote kauft, oder direkt bauen lässt... der Zellen kauft, bis daß die Gattin keift, und sich daraus die aller-aller-besten selektiert und die sozusagen im Safe für die besonderen Gelegenheiten aufbewahrt. Frei nach dem Motto..gelobt sei , was Watt macht ;-)der Rest ist wurscht.

    Ja, und dann gibt es den Typ 'Taktierer' mit konservativ ausgelegten Booten und Setups, der eher durch Fahrerdisziplin und Routine überdurchschnittlich unbehelligt durchfährt, und viel von Ausfällen der extremeren Kandidaten profitiert. Ja und der wird eher keine Regeländerung wollen.

    Meine Prognose....der Nachschub an Postings im Forum bis Weihnachten ist damit erstmal gesichert ;-)

    Gruß Dirk









    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    Hallo Dirk,

    ich finde den 200 / 400 Gramm Vorschlag nach wie vor gut. Selbst wenn du damit das Akku-am-Limit-leer-Fahr-Problem nicht beseitigst, so reduziert man die Leistung und auch das Gesamtgewicht der Boote. Mono 2 / Hydro 2 sind ganz schöne Geschosse, die (bei falscher Behandlung) nicht ungefährlich sein können.

    LG

  14. #14
    Forenlegende Avatar von Ch.Lucas
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    Hi,
    wir wäre es den mit einer Sicherung zb. 60 Ampere. Wer einen höheren Strom zieht fällt aus. Wählt man eine träge Sicherung hat man etwas Reseve zb. zum Überholen. Man darf nur nicht übertreiben. Und einen Akku vorschreiben der je nach Renndauer etwas mehr Kapazität hat so das deshalb alle ins Ziel kommen.

    Happy Amps Christian
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  15. #15
    Abwesend...
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    Diese Änderungen haben 2 Aspekte:
    a) die Freigabe ziemlich hoher Energielimits, nochmals deutlich mehr als bisher.
    b) die Einführung einer neuen Methode der Energielimitierung, die derzeit nicht prüfbar ist und die man mangels Ideen auch gar nicht prüfen will.

    Zu a) Hier möchte ich die Fragestellung der Skidelskys, Ökonomen und Philosophen, aufgreifen: Wie viel ist genug? Macht es Sinn, jedes Jahr mehr Energie freizugeben? Oder haben wir nun eine unsinnig hohe Grenze erreicht? Mitte der 1990er Jahre fuhr man F1E-1kg mit 30 NiCds AR500 und die Boote fuhren etwas über 13s für die 2 Runden - zum Vergleich: mit LiPos lag man zum Schluss bei ca. 10s oder knapp darunter. Das waren in den 90ern ca. 500-550W Eingangsleistung auf Bürstenmotoren. Eco fuhr man damals mit ca. 170-180W (Sanyo NSCR-1700SP oder lila Panas). Die nun beschlossenen 58Wh bedeuten bei 6min Fahrzeit eine Leistung von 580W und das mit BL-Antrieben - also mehr als damals in F1E-1kg und über 3x mehr als damals in Eco. Die Formel1 stand Mitte der 1980er vor einem ähnlichen Dilemma, die damaligen Turbomotoren erreichten im Qualifying 1400-1500PS. Ab da hat man über Regelwerke die Leistungen reduziert und kontrolliert - auf ein sinnvolles Maß. Von daher wäre aus meiner Sicht eine Reduzierung auf die einem derzeitigen 200g-Akkus equivalente Energiemenge sinnvoll. Jedenfalls viel sinnvoller als jedes Jahr nochmals mehr Energie zuzulassen.

    Zu b) Das geht einfach gar nicht. Man kann keine Regeln oder Gesetze festlegen, die man nicht prüfen oder kontrollieren kann. Das gehört zum 1x1 der Regelkunde. Nicht prüfbare Regeln zu definieren ist wie gar keine Regel aufzustellen. Zum einen kann man ohne die Prüfung der Limiter niemandem nachweisen, dass er geschummelt hat - und viel schlimmer: selbst wenn jemand nicht geschummelt hat und gewinnt, dann kann er nicht beweisen, dass er nicht geschummelt hat. Damit verkommen die Wettkämpfe zur Farce. Da kann man nur sagen: hinsetzen, sechs!

  16. #16
    Drehzahlprinz Avatar von riggerdirk
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    Hi Jörg,

    in der Tat ist da ein beachtlicher Leistungssprung in der 'Pipeline'. Du als alter Hase weißt daher nur zu genau, daß der Rückblick in frühere Wettbewerbszeiten immens den Blickwinkel erweitert. Mal ein Beispiel, aus dem Jahr 2000, von der EM in Nürnberg am Dutzendteich...wir beide waren dort als Teilnehmer zugegen. Da möchte ich als griffiges Beispiel unseren gemeinsamen Modellsportkameraden Matthias Boese, den damaligen,frischgebackenen Europameister in der Klasse Hydro 2 exemplarisch herausstellen. Für heutige Fahrer der genannten Klasse, die bekanntermaßen eine Renndauer von 6 Minuten als Grundlage ihrer Rundenzahlen zur Verfügung haben, sei bemerkt, daß die genannte Veranstaltung die LETZTE überhaupt war, in der in der Klasse eine Fahrzeit von lediglich nur 4 Minuten gefahren wurde. Seine für den Titelgewinn relevanten Einzelrundenzahlen von 20/01 und 20/02 Runden klingen für heutige Fahrer oberflächlich betrachtet erstmal beschaulich. Rechnet man seinen damaligen Speed auf heutige 6-Minuten-Rennen um, war er schon damals vor gut 17 Jahren schnell genug, um das heutige Äquivalent von 31 Runden zu fahren... in einem NIMH- Boot mit gut 800 Gramm Akkugewicht an Bord wohlgemerkt, mit nur 12 Sub C-Zellen und NUR 2200mAh Kapazität. Nimmt man nun blauäugig+ theoretisch das bisher aktuell mögliche Leistungspaket (Beispiel 6S-Akku/ gebräuchliche 5000er Lipos) von heute (lassen wir mundgelötete Superzellen mit Signatur des chinesische Staatspräsidenten mal außen vor), hätte Matthias in seinem Boot ohne Leistungsanhebung und ohne Speedverlust mal eben ca. 68 Runden !!! Laufreserve auf einem maßhaltigen Naviga-Ovalkurs an Bord. Da ist neue Sache mit den limierten Akkusetups noch nicht mal drin.
    Aber es zeigt für mich anschaulich, auf welch unfassbar hohem modellsportlichen Niveau unser Kamerad Matthias damals vor 17 Jahren unterwegs war.
    Ich finde, das gehört nochmal ausdrücklich gewürdigt...von meiner Seite aus...Chapeau !!

    P.S. Zum reinen Jux zum Schluß... ich argwöhne, daß es durchaus Leute geben könnte, die sich gerne am Limiter ein zweites Empfängerkabel wünschen... für den3. Kanal am Sender, zum spontanen Abschalten unterwegs :-)

    Einen schönen 2. Advent,

    Gruß Dirk

  17. #17
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    nichts gegen deine Ausführungen allgemein ...
    nur der Korrektheithalber ...
    aber 2000 in Nürnberg sind die meißten 3000er NiMh gefahren
    ist der Mathias da wirklich noch 2200er Zellen gefahren?

  18. #18
    Grünschnabel
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    Hi,
    ich denke damals gab es als Krone des Möglichen die Sanyo RC 2400 NiCd aus denen max. 2200 raus kamen. Die NiMh Ära hab ich dann mitgemacht und viel Geld für Zellen bezahlt die dann schnell in die Tonne gingen. Das alles weicht schon stark ab womit Jörg das Thema gestartet hat. Fakt ist doch aber wenn sich der Modellbauer mit ganz viel Detailliebe, sehr viel Zeit, Fachwissen, gutes bis sehr gutes Equipment und einer guten Hand-Auge Koordination an den Start bewegt wird er vorne mitfahren. Limiter hin oder her.

    Das wir zuviel Leistung haben wird seit Jahren diskutiert und bestätigt ist es allemal. Manches hat sich verändert um der Leistung gerecht zu werden, der Kurs selber z.B. wurde nie angepasst.

    Ob man mit Leistung allein ein Rennen gewinnt... naja es macht die Sache leicht für die, die nicht viel abstimmen und lieber einen lauten Krabbenkutter um den Parcours prügeln als ein perfekt abgestimmtes Hydro xyz. Die Verbissenheit bei vielen Teilnehmern hatte mich damals irgendwann genervt. So war aus dem netten Hobby zeitweise ein ernster Sport (ich verarsche mich gerade selber, weil wir reden über das bewegen von ferngesteuerten Booten aufm Teich) was dann auch hier und da zu Frustration führt. Der Aufbau von den Lipomasters war dann für eine kurze Zeit ein Lichtblick, sprich weg von Einmalzellen (1 Pack pro Lauf!) auf Basis NiMh hin zu den Lipos, geil weil 1 Akkupack für ein Jahr!! Das wurde aber nach 3-4 Jahren dann auch zu einem "ernsten" Sport was die Betrachtung einzelner angeht. Mit rumbrüllen und allem dazu, also das komplette Gegenteil wie Jörg es z.B. hier im Forum macht (Fakten aufzeigen, ernsthaft diskutieren und okay auch mit einer persönlichen Sicht) so war es damals Zeit für mich weiterzuziehen und das ist ja auch nicht schlimm!

    Und versteht mich nicht falsch auch heute wenn ich an einem See vorbei fahre gucke ich ob der gut wäre zum befahren mit einem Rennboot :-) denn das eigentliche Hobby hat mir immer Spaß gemacht. Wenn dann noch die richtigen Leute dabei sind umso besser.

    Ich wünsche euch auch einen schönen 2. Advent

    Gruß
    Dirk

  19. #19
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    wie gesagt ... grundsätzlich gebe ich dir recht!
    ich wollte nur einen kleinen inhaltlichen Fehler richtig stellen
    bei Eco wurden zumindest 3000er zellen gefahren
    http://www.eco-idc.de/offizielle-mei...Daten%20Expert

    das ändert aber nichts daran, dass wie Jörg das Thema gestartet hat, die Limmiter Regeln alles Andere als Zielführend sind

  20. #20
    Drehzahlprinz Avatar von riggerdirk
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    Zitat Zitat von speedboats Beitrag anzeigen
    nichts gegen deine Ausführungen allgemein ...
    nur der Korrektheithalber ...
    aber 2000 in Nürnberg sind die meißten 3000er NiMh gefahren
    ist der Mathias da wirklich noch 2200er Zellen gefahren?
    Ich bin damals wie viele Andere auch zu der Zeit kurz vor der Veranstaltung von den leichteren aber immens stromempfindlichen 3000er Panasonics auf die ersten erhältlichen stärkeren 3000er Sanyo's umgestiegen. Die späteren 3300 er, 3700er, 4300er und 4600er GP-Typen waren da noch gar nicht existent. Ich bin damals in Konkurrenz zu Matthias in einer Gruppe mit dem ebenfalls modellsportlich großartigen Michael Salffner gefahren ( für mich der mit, oder überhaupt für lange Jahre der kompletteste und innovativste Hydrofahrer ) und dem ebenfalls knallhart fahrenden Italiener Roberto Lenci, mit Oliver Huck aus dem ehemaligen Team Hopf, einem ebenfalls flotten Österreicher, der auf dem Level von Oliver fuhr. Das Tüpfelchen vom i in der Gruppe war ein anderer Italiener, den ich jedesmal 5 oder 6 mal im Lauf überrunden mußte. Ich hatte damals vorher viel trainiert mit meinem Boot, aber obwohl ich die 3000er Sanyo Zellen auf den Punkt leer gemacht habe + konstanter am Limit gefahren bin, als m. E. jemals davor, haben mich die Umwege soweit ausgebremst, daß ich als Schnellster der Einzelläufe dieser Gruppe selber die 20. Runde nicht erreichen konnte und mich am Ende mit 2 mittleren 19er Läufen zufriedengeben mußte. Dir Gruppe von Matthias bestand sonst aus Miha Holc, Philip Roßknecht+ Rüdiger Strauss. Alles gute 19 -Runden-Fahrer; Matthias konnte sich beizeiten absetzen und mußte nur kurz vor Schluß alle 3 Jungs einfach einmal überholen-das war's. So kam es wie es kommen mußte- schwupps war ich mit meinen Ergebnissen auf dem undankbaren vierten Platz. Mein bis dahin in Hydro2 schnellstes Rennergebnis von 2x 19/ 02 Runden vom WL-Fulda war somit zum organisatorischen Ende der 4-Minuten Renndistanzen um jew. eine Runde von Matthias übertroffen.
    Der gute Matthias hatte damals die sehr raren 2200 er Sanyo-Sinter-Nimh's aus Amiland an Bord. Die hatten eine bessere Spannungslage als alle anderen Zellen auf dem Markt. Matthias Hydro 2, ein außergewöhnlich schlanker+ aerodynamischer Leichtbaurigger, wog fahrfertig nur knapp über !! 1600 Gramm!! So konnte er auf die Kapazitäten der anderen Zellen verzichten und brach am Ende des Laufes trotzdem nicht ein.

    Gruß Dirk
    Geändert von riggerdirk (10.December.2017 um 12:54 Uhr)

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